Viele Aktivitäten unter neuer Heimleitung

Juliet Gikunda versteht sich gut mit den Mädchen

Im Heim bemüht sich seit Januar die neue Leiterin Juliet Gikunda, den rund 80 Kindern und Jugendlichen unter erschwerten Bedingungen ein gutes Zuhause zu bieten. Dazu gehören Aktivitäten in der Freizeit und vor allem während geschlossener Schulen. Die Jungen und Mädchen sollen dabei Fertigkeiten für ihr späteres selbständiges Leben erwerben. Diese reichen vom Mattenflechten über Erste Hilfe bis hin zum Umgang mit einem Bankkonto. „Es gibt jetzt weniger Disziplinschwierigkeiten“ berichtete Juliet Gikunda, setzt aber weiterhin auch auf intensive psychologische Betreuung. Als Herausforderungen, die irgendwie bewältigt werden müssen, empfindet sie die stark gestiegenen Lebensmittelpreise oder die ständigen Stromausfälle. Dringend renovierungsbedürftig sind Schlaf- und Waschräume im Heim.

Mit sehr guten Ergebnissen haben einige Karai-Schützlinge ihre Abschlussprüfung in der 8. Klasse der Grundschule bestanden, die außerplanmäßig statt im November 2020 nun erst jetzt im Mai stattgefunden hat. Ab Juli werden sie in eine weiterführende Schule gehen, während auf neun neue Straßenkinder im Heim der ungewohnte Schulalltag an der Karai-Münsingen Primary School wartet. Aber erst nachdem sie eine mehrwöchige Rehabilitationsphase durchlaufen haben.

„Wir halten uns an die Corona-Regeln“ versichert Generalmanager Moses Chege. Das heißt vor allem Masken tragen. Weder bei den Kindern noch beim Personal wurden bisher Krankheitsfälle bekannt. Bleibt zu hoffen, dass es auch mit dem Vormarsch der Delta-Variante in Kenia so bleibt. Schon wieder müssen Distrikte abgeriegelt werden. Auf jeden Fall sind Besuche aus Deutschland derzeit keine Option. Dafür setzt man im Vorstand der Kenia-Hilfe auf intensiven Kontakt per Telefon und Internet.

Bis zum Jahresende werden auch keine deutschen Praktikanten nach Karai geschickt, was vor allem die Sozialarbeiter im Heim und die Kinder bedauern. Für sie waren die Freiwilligen immer eine große Hilfe und eine willkommene Bereicherung im Projektalltag.